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Starkes China: Die Geschichte bewahren

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Von Anne Stuart

Als bevölkerungsreichstes Land der Erde macht die Volksrepublik China nur selten etwas in kleinem Maßstab – und die Bestrebungen, die kulturellen und akademischen Schätze zu bewahren und dem Rest der Welt zugänglich zu machen, bilden da keine Ausnahme.

Mit DSpace, einem digitalen Archivierungssystem, bei dem die HP Labs an der Entwicklung beteiligt waren und mittlerweile Unterstützung leisten, stellen Institutionen in ganz China derzeit Millionen von Objekten erstmals online.

Hierzu gehören Audio- und Videobeiträge zu den Olympischen Sommerspielen, die 2008 in Peking stattfinden, digitale Versionen der antiken chinesischen Terrakottaarmee und auch minutenaktuelle Berichte aus der wissenschaftlichen Forschung, historische Filmaufnahmen und jahrhundertealte Gemälde.

Bewahrung des Wissens in digitaler Form

Die Projekte in China sind bislang die bei weitem ehrgeizigsten Projekte für DSpace, das digitale Archivierungssystem, in dem sich wissenschaftliche Informationen erfassen, aufbewahren und indizieren lassen, so dass diese Informationen weltweit durchsucht und abgerufen werden können.

Die Open-Source-Software DSpace („Digital Space“) wurde ursprünglich von Forschern bei HP und an den Massachusetts Institute of Technology Libraries entwickelt, die erkannten, dass immer mehr wissenschaftliche Inhalte in digitaler Form angeboten werden.

Weltweit haben etwa 265 Institutionen die verschiedensten Texte, Bilder, Audiodaten und Videoclips auf der DSpace-Plattform gespeichert.

DigitalesChinesisches Museum

Zu den enthusiastischsten DSpace-Teilnehmern zählen chinesische Universitäten, die viele der wichtigsten Museen des Landes betreuen. In Zusammenarbeit mit Forschern von HP und dem chinesischen Bildungsministerium sind achtzehn Universitäten gerade dabei, ihre Museumssammlungen auf einem DSpace-basierten System zu archivieren.

Neben wissenschaftlichen Dokumenten, Fotografien und Audio-/Videoinhalten wird das Archiv auch digitale Versionen von Objekten enthalten, oft in dreidimensionaler Form.

Die Forscher fertigten Rundum-Scans eines Teils der berühmten Terrakottaarmee an, wobei die DSpace-Benutzer die digitalen Bilder drehen und so die 2.200 Jahre alten, lebensgroßen Tonstatuen von Kriegern aus mehreren Blickwinkeln betrachten können. Ebenso sind die Benutzer in der Lage, eingescannte Bücher Seite für Seite zu lesen. Mineralproben, technische Zeichnungen oder handbemalte Porzellanschalen lassen sich vergrößern und im Detail betrachten.

Die Regierung plant die Errichtung 30 weiterer virtuellen Museen in den kommenden Jahren.

Virtuelles Olympia-Museum

Mit diesem Projekt sollen Besucher weltweit den Zugang zu digitalen Fotos, Audio- und Videoaufnahmen erhalten, außerdem zu virtuellen Umgebungen mit Informationen zu modernen und antiken Olympischen Spielen und zu den traditionellen chinesischen Sportarten.

Dieses Archiv wird von University Relations unterstützt und von den Technologen an der Beihang-Universität in Peking entwickelt. Die Daten im Archiv sollen in chinesischer, englischer, französischer und russischer Sprache zur Verfügung stehen, wobei geplant ist, später noch weitere Sprachen zu ergänzen.

Laufende Forschungsarbeiten

Bei der Weiterentwicklung der DSpace-Software auf dem Weg zur nächsten Version (DSpace 2.0) stehen die Forscher vor mehreren Herausforderungen. Ihr Ziel ist es, ein noch leistungsfähigeres, noch reaktionsfähigeres System mit noch mehr Inhalten (und noch mehr Inhaltstypen) aufzubauen, die über das Internet noch einfacher durchsucht und abgerufen werden können.

Der Schwerpunkt der Forschung liegt auf den folgenden Aspekten:

  • Erhöhung der Speicherkapazität

  • Erfassung kurzlebiger Inhalte wie Blogs oder Wikis

  • Schutz der Inhaltsintegrität, so dass die Benutzer sich darauf verlassen können eine echte Version zu sehen

Der letzte Forschungsbereich ist auch für eines der Ziele wichtig, die im Vordergrund standen, als DSpace aus der Taufe gehoben wurde: die Bewahrung von Inhalten, so dass diese heute, morgen und auch in ferner Zukunft noch mühelos und vollständig zur Verfügung stehen, selbst wenn die Inhalte selbst in ihrer ursprünglichen Form längst nicht mehr existieren.

Weitere Informationen finden Sie im DSpace-Blog.

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